Städtischer „Valentin-Karlstadt-Preis“

Der Münchner Stadtrat hat am vergangenen Donnerstag beschlossen in Zukunft einen „städtischen Valentin-Karlstadt-Preis“ zu vergeben.

Es ist eine konsequente Reaktion auf die missglückten Ordensträger, die jedes Jahr von der Faschingsgesellschaft „Narrhalla“ mit dem „Valentin-Orden“ ausgewählt werden: was haben z.B. Andreas Gabalier (2019), Heino (2015), Horst Seehofer (2014), die Klitschko-Brüder (2012), Edmund Stoiber (1996) mit dem Münchner Universalgenie Karl Valentin und seiner Kunst zu tun? Womöglich erschließt sich das nur unter der Narrenkappe einer Faschingsgesellschaft.

Der neue städtische Preis besteht aus NICHTS kritisiert etwas süffisant die SZ in ihrem heutigen Artikel:
https://www.sueddeutsche.de/kultur/muenchen-kultur-karl-valentin-preis-1.4513431

Deshalb haben die Stadträte der CSU und der Bayern-Partei auch gegen diesen Preis gestimmt. Dass „NICHTS“ sogar „ETWAS“ ist, kann sich die CSU scheinbar nicht vorstellen. Bei dieser Partei geht „ETWAS“ vermutlich erst bei einem sechsstelligen Betrag los.

Ein „Valentin-Karlstadt-Preis“ kann aus meiner Sicht aber nur aus „NICHTS“ bestehen.

  • Karl Valentin hat zu Lebzeiten nie einen Preis bekommen. Wenn der Namensgeber schon nichts erhalten hat, warum sollte dann ein Preisträger „ETWAS“ bekommen?
  • Es ist weltweit der einzige Preis, der aus „NICHTS“ besteht. Ein städtischer Preis hat einen unschätzbaren Wert (allein die jährlich über 7 Milliarden Steuereinnahmen), und genügt sich selbst.
  • Nach Karl Valentin „hat Gott die Welt aus NICHTS gemacht“. Daraus folgert er, dass man aus NICHTS also doch „ETWAS“ machen könne, dass „NICHTS“ demnach eine göttliche Bedeutung hat.

Aber so etwas verstehen bestimmte „christliche“ Volksvertreter vermutlich nicht.

Ich freuen mich sehr über dieses Ergebnis und auf viele wunderbare und vor allem würdige PreisträgerInnen.

Und noch einen großen Vorteil hat der neue „städtische Valentin-Karlstadt-Preis“, er wird vergeben (!!!) und nicht wie der „Valentin-Orden“ der Narrhalla, nur verliehen (!!!),  Das „NICHTS“ können die Preisträger also behalten und müssen es nicht wieder zurückgeben.

PS: Das Foto ist ein Selbstporträt im Spiegel über dem Waschbecken des Geburtshauses von Karl Valentin

ganz aktuell (13.7.2019) heute eine sehr treffende Kolumne in der Süddeutschen Zeitung zu diesem Thema:

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/null-acht-neun-mehr-valentin-wagen-1.4522101

 

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